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Challenge Kraichgau: und jährlich grüsst das Murmeltier

… oder slow start, strong finish ?!?!?
Beides charakterisiert eigentlich die wesentlichen Punkte meines Rennens, doch dazu später mehr.
Nach den Vorbelastungen der vergangen Tage stand ich alles andere als ausgeruht am Start – ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, als das Rennen am Ende einer Ruhewoche stattfand und ich gut erholt am Start stand. Meine Prioriätaten lagen daher größtenteils auf der Ernährung und dem Radmaterial, eine bessere Zeit als letztes Jahr wäre die Zugabe gewesen.

Die äusseren Bedingungen waren eigentlich perfekt: leicht bewölkt, wenig Wind und nicht zu heiss (und trotzdem gab es einen fetten Sonnenbrand …)

Schon beim Einschwimmen war mir klar, dass das kein einfacher Tag werden würde. Die Kraft in den Armen war irgendwie verschwunden, der Beinschlag fühlte sich nach kurzer Zeit schon so an wie nach 200m Kraulbeine. Nach dem Startschuss hielt ich mich dann links am Rande der Meute, so dass ich ohne grosse Keilerei wegkam und relativ schnell einen guten, wenn auch nicht ganz so flotten Rhythmus fand. Zudem hatte ich einen Orienterungsproblem. Zu erst dachte ich noch, die anderen können nicht geradeaus schwimmen – nach kurzer Zeit leuchtete mir ein, dass ich das Problem war. Selten bin ich so viel Schlangenlinien geschwommen, mal nach links, mal nach rechts – so unterschiedlich stark und wechselnd war mein Armzug. Naja, in Anbetracht dessen ist die Schwimmzeit von 30:36 nicht so übel, aber trotzdem über eine Minute schlechter als im letzten Jahr. Was lernen wir daraus: mehr im Freiwasser schwimmen …

Der erste Wechsel war eigentlich nicht so schlecht. Der Neo ging flott runter, leider hab ich dabei auch den Zeitmesschip mit ausgezogen und musste den dann erst wieder im Neo drin suchen und wieder anziehen. Von daher insgesamt doch schlecht gewechselt.

Auf dem Rad ging es genauso saft- und kraftlos weiter wie beim Schwimmen. Ich hatte in der ersten Stunde Schmerzen an Stellen, von denen ich bisher nicht gewusst habe, dass man die beim Radfahren überhaupt benötigt. Danach wurde es von Minute zu Minute besser, ich konnte dann richtig gut Druck machen und habe etliche Leute und vor allem Gruppen ein- und überholt. Und genau das wurde mir dann wieder zum Verhängnis.

“Same procedure as last year”. Nachdem ich mal wieder an eine 10-15 Mann/Frau-Gruppe (in Dreier-Reihe nebeneinander und mit 2m Abstand) rangerollt bin und ich kurz zur Trinkflasche griff, um mich zu verpflegen, kam von hinten eine ältere Kampfrichterin angefahren und zeigt mir schurstracks die schwarze Karte! Peng, 4min Zeitstrafe … ich hab der versucht zu erklären, dass ich da gerade rangerollt bin (was sie ja auch von hinten gesehen haben müsste) und weiterfahren wollte nachdem ich kurz was getrunken hatte, leider völlig zwecklos. Ich hätte auch noch verstanden, wenn sie die komplette Gruppe angehalten hätte und allen Zeitstrafen verpasst hätte – aber nein, die gute Dame hat meine Nummer notiert und ist ohne weiter auf die Gruppe (die übrigens immer noch RTF-mässig unterwegs war) zu achten an dieser vorbeigefahren … Was soll das? Das ist doch völlig sinnfrei!

Naja, was will man machen. Die Motivation war erstmal völlig weg, da hatte ich echt keinen Bock mehr weiterzumachen. Ich hab´s dann doch getan, irgendwie muss man ja auch wieder nach Hause kommen. Die Zeitstrafe habe ich dann am Schindelberg abgesessen, und da war richtig was los. Es gab zu dem Zeitpunkt noch zwei weitere, die Ähnliches wie ich zu berichten hatten. Scheint wohl System gehabt zu haben.
Letztendlich war dann die Radzeit 2:38:47, fast drei Minuten schneller als im letzten Jahr (ebenfalls mit Zeitstrafe). Dafür musste/konnte ich 5 Watt weniger leisten als im Vorjahr.

Bleibt noch das Laufen, das eigentlich nur mit saugeil, bärenstark oder einem beliebig anderen Superlativ zu bezeichnen ist. Still, leise und heimlich hatte ich mir vorgenommen, ca. 5sek pro Kilometer schneller zu laufen als im letzten Jahr. Was dann bei längerer Strecke ungefähr die gleiche Endzeit gegeben hätte wie im letzten Jahr. Allerdings hatte ich bereits 72 Laufkilometer in dieser Woche in den Beinen (bevor ich am Start stand), das galt es auch zu berücksichtigen – wie sich das auswirken würde konnte ich im Vorhinein nicht abschätzen. Ok, aus den erhofften 5sek wurden dann 10sek pro Kilomter, meine Beine wurden von Meter zu Meter besser und ich konnte richtig Gas geben. Zwischenzeitlich (ca. bei KM13) hatte ich kurz das Gefühl, dass ich demnächst komplett hochgehen würde – ein Schluck aus meiner Ernährungspulle später war das Problem auch schon wieder weg.

Ich hab immer noch keine Ahnung was ich da zu mir nehme, die Wirkung ist jedoch nur mit sensationell zu beschreiben. Das Zeugs wirkt so schnell, dass man gefühlt in einer Sekunde wieder am Leben ist – man sollte nur nicht vergessen zu trinken bzw. damit aufzuhören. Denn dann hat man definitiv ein Problem, ein sehr sehr sehr sehr grosses Problem.
Den (etwas zu kurzen) Halbmarathon bin ich in 1:21:40 gerannt, über zwei Minuten schneller als im letzen Jahr – und das bei längerer Strecke! Die schnellste und langsamste Runde lagen genau 18 Sekunden auseinander, das könnte man als “gleichmässig gelaufen” bezeichnen.
Die Endzeit war dann 04:34:37, gleichbedeutend mit dem 77. Gesamtrang und Platz 21 in meiner AK.

 

Fazit:
Ein paar Dinge gibt es noch zu verbessern, im Grossen und Ganzen kann ich aber zufrieden sein mit dem Ergebnis. Die Zeitstrafe ist ärgerlich, aber besser im Kraichgau als in Frankfurt. Die Ernährung hat prima funktioniert, ich hatte nie ein energetisches Defizit und konnte alles rausholen, was an dem Tag drin war. Etwas Verlust gab es in Form eines Zehennagels sowie einem 1cm langen Schnitt an der Ferse, das behindert aber nicht weiter. Zynisch angemerkt: der Nagel fällt in Frankfurt definitiv nicht mehr ab.

Bleibt zum Ende noch die Frage der Frage bzw. eine kleine Rechnung: “Form = Fitness + Freshness”. In Form war ich nach dieser Formel noch nicht, dazu fehlte die “Freshness”, die “Fitness” ist zum Glück wohl da.  Wenn ohne “Freshness” so eine Leistung drin war – wohin geht die Reise, wenn ich auch noch ausgeruht bin????????????

1 reply on “Challenge Kraichgau: und jährlich grüsst das Murmeltier”

Hallo Chris,

herzlichen Glückwunsch zu deiner tollen Zeit trotz vollem Training. Ich wußte gar nicht, dass du auch bei der Challenge startest, bzw habe dich auch nie gesehen. Für mich hat sich das Training bisher auch gelohnt. Knapp über 5 Std für die Challenge war für mich ein tolles Ergebnis.
Du schreibst über deine Ernährung. Würde mich interessieren, da ich mich auch viel damit beschäftige. Bist du Kunde bei Caroline Rauscher, oder benutzt du deine eigenen Mischungen?
Schreib mir mal, wenn du etwas Zeit hast.
Ansonsten drücke ich dir die Daumen für Frankfurt. Ich starte dieses Jahr mal wieder in Roth.
Viele Grüße
Klaus-Peter

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