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Triathlon Maxdorf: oder wie überlebt man eine Mitteldistanz mit nur einem einzigen Gel???

Gestern stand die zweite Mitteldistanz innerhalb einer Woche auf dem Programm, der Triathlon in Maxdorf über 2km Schwimmen, 85km Radfahren und 20km Laufen. Dieser wurde voll aus dem Training heraus bestritten, daher war nicht unbedingt eine so gute Leistung wie in der Woche zuvor im Kraichgau zu erwarten.
Irgendwie war ich mit dem falschen Fuss aufgestanden, beim Frühstück verschüttete ich die Milch, nach dem Zähneputzen wechselte ich nochmals die Klamotten 😉 Ein schlechtes Omen, weitere Pannen sollten folgen …
Nichtsdestotrotz machte ich mich kurz vor 6 Uhr morgens machte ich mich auf den Weg nach Maxdorf, ca. 50km von meinem Zuhause entfernt.

Dort angekommen holte ich meine Startunterlagen ab und bekam 2 Gels in die Hand gedrückt, die ich ohne Nachzudenken zu den Unterlagen packte. Tags zuvor hatte ich noch auf deren Webseite gelesen, dass es auf dem Rad und beim Laufen Gels bzw. Riegel geben sollte – dachte ich jedenfalls.
Zurück zum Auto und die Laufsachen geholt, um diese in der WZ2 zu platzieren. An Position 225 abgelegt – zurück am Auto stellte ich fest, dass ich Nummer 255 habe … also wieder in WZ2 und die Sachen umgelegt.

Wieder am Auto packte ich die Sachen zusammen, um mit dem Rad zum Schwimmstart zu fahren. Ohne die Gels … immer noch in der Meinung, dass es Verpflegung gab. Kurz nach dem Losfahren fiel mir der Beutel halb vom Rücken, und fast ins Rad … den Sturz konnte ich gerade noch vermeiden, Glück gehabt.
Das Einchecken am See verlief ohne Rückschläge, bis mich ein Bekannter nach Gels fragte – er hatte seine auch im Auto liegen lassen. Ich hatte nur eines, konnte ihm also nicht aushelfen. Weiterhin erklärte ich ihm, dass es ja nicht so schlimm ist, da es auf der Radstrecke was gebe … bis er mir den Zahn zog und mich vom Gegenteil überzeugte. Na toll!!! Eine MD mit einem Gel, wie soll das denn gehen?!?!?? Ich wollte nicht schon im Voraus aufgeben und das Beste aus der Situation machen, Lernen für die Zukunft.

Das Schwimmen verlief sehr gesittet und relativ problemlos, nach 29:19min stieg ich wieder aus dem kalten Nass des Nachtweideweihers Lambsheim. Der erste Wechsel war schon deutlich besser als in der Vorwoche, los gings auf die Radstrecke. Schaun wir mal, wann die Lichter ausgehen 😉

Die ersten flachen Kilometer liefen gut, den Anstieg auf die Lindemannsruh kam ich relativ gut hoch und versuchte, so viele Körner wie möglich zu sparen. Oben angekommen gab es eine Verpflegungsstelle, an der Wasser und Iso gereicht wurde. Ich schnappte mir 2 Flaschen Iso und war gerade am Verstauen der Flaschen als ich sah, dass es auch Bananen gab … naja, schade … beide Hände voll, wie soll ich die noch nehmen?!? Anhalten war übrigens keine Option. Die nächsten 20km gings stetig bergab, leider kannte ich die Strecke nicht und hab daher ziemlich oft ziemlich viel gebremst. Mit Streckenkenntnis hätte man da voll durchrauschen können.

Gegen Ende der zweiten Runde tauchte das Führungsmotorrad der ersten Frau auf, am zweiten Anstieg zur Lindemannsruh konnte ich die erste Dame überholen, musste dafür aber büssen. Bei der Verpflegungsstelle oben am Berg war immerhin eine der drei Stationen besetzt und ich bekam eine Flasche zu greifen, an der Bananen-Ausgabe stand kein Mensch rum, so dass ich wieder nichts abbekam. So langsam schwanden die Kräfte und ich wurde unkonzentriert, was auch ein kleiner Ausritt auf einen Grünstreifen bei 55km/h in der Abfahrt verdeutlicht. Da hatte ich verdammt viel Glück, das hätte auch komplett anders ausgehen können! Ich beschloss erstmal kurz rauszunehmen und mich irgendwie wieder zu erholen.

So verlor ich die erste Dame in der Abfahrt wieder aus dem Blickfeld, konnte mich gegen Ende der Radstrecke wieder herankämpfen und kam mit kleinem Vorsprung in der WZ2 an. Die Radzeit betrug 2:23h, inkl. beider Wechsel stehen 2:26:47 auf der offiziellen Ergebnisliste.
Dort kam ich mal wieder nicht aus dem Schuh, nach dem Wettkampf hab ich mit beiden Händen mehrere Minuten benötigt, um diese verdammte Schnalle zu öffnen …

Die Beine waren zu dem Zeitpunkt bereits tot, dementsprechend bescheiden waren die ersten Kilometer. Da lief nix zusammen, mit Laufen hatte das wenig zu tun. Zu meinem Lieblingsgetränk wurde Cola, ich habe auf der Lausfstrecke gefühlte 3 Kästen davon getrunken. Das zeigte Wirkung, nach ca. 5km lief es deutlich besser und ich konnte mein gewohntes Tempo laufen. So kam ich nach 1:19:39 im Ziel an und hatte den Tag doch relativ gut ohne Nahrung überlebt.
Gesamtzeit: 04:15:45h, Platz 25 gesamt und Platz 8 in der AK sind angesichts der Umstände gut.

 

Zum Wettkampf selbst:

Prinzipiell ist es ein schöner Wettkampf, kann aber z.B. im Vergleich zur Challenge Kraichgau nicht mithalten. Eine voll gesperrte Radstrecke habe ich nicht vorgefunden, teilweise haben die Autofahrer doch schon sehr gestört, zumal die auch noch in der gleichen Richtung unterwegs waren! Dass es keine Nahrung bzw. Gels gibt finde ich einer Mitteldistanz nicht angemessen, auch nicht wenn man vorher 2 Gels austeilt. Teile der Laufstrecke sind unter jedem Niveau, teilweise richtig schlechte Waldwege aus Sand, dazu noch so eng dass man nicht zu zweit nebeneinander laufen kann – und das auf einer Wendepunktstrecke!!! Das geht definitiv auch nicht – ich hatte keinen Cross-Lauf gebucht.

 

Fazit:
– Schwimmen: das viele Training scheint sich auszuzahlen, sehr gut
– Rad: wäre mehr drin gewesen, in Anbetracht der Umstände (keine Nahrung, keine Streckenkenntnisse) aber ok. Mein Fettstoffwechsel scheint richtig gut zu funktionieren
– Lauf: gut erholt auf den ersten KM vom anstrengenden Radfahren, hintenraus lief es immer besser

2 replies on “Triathlon Maxdorf: oder wie überlebt man eine Mitteldistanz mit nur einem einzigen Gel???”

[…] Trainingswoche 7: 06-12.06.2011 Die Woche startete montags mit einem lockeren Schwimmtraining, die Beine und Arme waren noch ganz schön müde von der Challenge Kraichgau. Im Nachhinein hätte ich mir das sparen können, verlor/vergass ich doch meine Badekappe, Schwimmbrille und Schwimmuhr im Schwimmbad Die ersten beiden Dinge könnte ich noch verschmerzen, Badekappen besitze ich mehr als genug und die Schwimmbrille war schon sehr mitgenommen … aber die gute Schwimmuhr … das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen. Am Dienstag stand ein lockerer Lauf über 1,5h sowie eine 75min Radeinheit auf dem Plan, beide Einheiten verliefen relativ problem- und ereignislos. Am Mittwoch sollte eigentlich eine 5h Radeinheit und ein kurzer Koppellauf folgen – es wurden 3,5h auf dem Rad und kein Lauf. Grund dafür war das Wetter, es schüttete den ganzen Tag mal mehr mal weniger – irgendwann hatte ich überhaupt keine Lust mehr und war zudem bereits total durchgefroren. “Nicht krank werden” war die Devise, deswegen der Abbruch. Donnerstag folgte ein Entlastungstag mit 1h Schwimmen, ehe am Freitag morgen Krafttraining angesagt war. Am Freitag abend stand der lange Lauf auf dem Programm, 2,5h mit kurzen Steigerungen. Den Samstag verbrachte ich zu grossen Teilen im Schwimmbad, einerseits für eine 1,5h Schwimmeinheit, andererseits für etwas Erholung und Ruhe. Am Sonntag folgte dann der Triathlon in Maxdorf. Den Bericht dazu gibt es hier. […]

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