Categories
Equipment Tests

Testbericht: Garmin Edge 705

Erster Eindruck

Das 5,1 x 10,9 x 2,5cm große und 105g schwere Fahrrad- und Outdoor-Navigationsgerät Garmin Edge 705 incl. Basis-Kartenmaterial, Herzfrequenzmesser, Trittsensor wird in einer ansprechenden Verpackung geliefert. Das getestete Gerät konnte mit dem optional erhältlichen topografischen Kartenmaterial getestet werden.
Die Firma Garmin bewirbt das Edge 705 als Fahrrad- und Outdoor-Gerät.

Bedienung
Das Gerät besitzt mehrere Tasten zur Steuerung der Funktionen. Unter dem Display befindet sich ein kleiner Gummi-Joystick, eine Start/Stop-Taste (zum Starten und Stoppen der Routenaufzeichnung/Tour und eine Taste zum manuellen unterteilen von Runden.

An der rechten Gehäuseseite befinden sich oben 2 Tasten die zum Hinein- und Heraus-Zoomen des Kartenausschnittes zuständig sind, sowie eine Taste um ein Funktionsmenue aufzurufen.
Einer der zwei Knöpfe an der linken Gehäuseseite dient dazu, die Beleuchtung des Gerätes ein- und auszuschalten, der andere um verschiedene Bildschirm-Modi umzuschalten. An der hinteren unteren Gehäuseseite befindet sich ein Karten-Slot, in welchem die optionale Speicherkarte mit dem topografischen Kartenmaterial eingesteckt wird.

 

Der Bildschirm und dessen Funktionen

Was gleich nach dem Einschalten auffällt ist, dass Garmin das 3,48 x 4,36cm (176 x 220 Pixel) große Farb-Display ideal an die Gegebenheiten im Außenbereich angepasst hat. Direkte Sonneneinstrahlung lassen die brillianten Farben des „Auflicht-Displays“ leuchten. Im dunklen Wald hilft die eingebaute und optional zuschaltbare kräftige Hintergrundbeleuchtung. Ein derart helles und gut ablesbares Display ist jederzeit ideal ablesbar. Was sehr positiv auffällt, ist, dass die unteren Tasten ebenfalls beleuchtet sind, was eine Bedienung auch bei Dunkelheit recht einfach macht.  

 

Satellitenempfang

Der Garmin Edge 705 verfügt über einen derart empfindlichen Empfänger, dass der Empfang von Satelliten auch teilweise in der Wohnung möglich ist. In dichten Wäldern weicht die Anzeige der Geschwindigkeit teilweise deutlich von der realen Geschwindigkeit ab, das Gerät zeigt grosse Geschwindigkeitssprünge.  

 

Fahrradhalterung

Gleich zwei Fahrradhalterungen liefert Garmin nahezu fertig montiert mit. Binnen 10 Sekunden ist das Garmin Edge 705 sicher an der Lenkstange befestigt und bereit für den ersten Einsatz.
Unterwegs

Dass das Gerät nicht nur ein „einfacher Fahrradcomputer“ ist wird einem spätestens dann klar, wenn man die vielen Funktionen besser kennenlernt. Es können 100 Wegepunkte und 50 Routen gespeichert werden. Die gespeicherten Routen können später in Google-Earth Plus übertragen und dort angeschaut werden. Selbst ein Regenschauer macht dem Gerät nichts aus, denn es ist nach IPX7-Standard wasserdicht. Mehrere Regenfahrten hat das Gerät zwischenzeitlich schadlos überstanden. Während der Fahrt zeigt das Gerät die aktuelle Position ständig im mittleren unteren Bereich der selbst mitscrollenden Karte an.

Die Größe des Kartenausschnittes kann mittels zweier Zoom-Buttons jederzeit individuell justiert werden. Mit einem anderen Knopf kann man auswählen, ob der Bildschirm den Kartenausschnitt, die aktuelle Höhenangabe mit Legende (das Gerät hat einen barometrischen Höhenmesser verbaut) oder die Streckenparameter anzeigt. Die Bedienung der Knöpfe wird wahlweise mit einem Quittierungston angezeigt. Die Anzahl der Datenfelder des Bildschirms der Streckenparameter sind beliebig konfigurierbar, so dass dieser wahlweise die Zeit, die Geschwindigkeit, die Entfernung, die Uhrzeit, die verbrauchten Kalorien, die Himmelsrichtung, die Höhe und die Genauigkeit zeigt, die das aktuelle GPS-Signal hat. Es sind bis zu 16 Datenfelder auf zwei Seiten beliebig darstellbar. Ein Großteil dieser Parameter lässt sich auf Wunsch auch permanent im Kartenausschnitt einblenden.

Das Gerät verfügt weiterhin über eine Navigations/Routing-Funktion, die mit dem eingebauten Basis-Kartenmaterial (Hauptstraßen) funktioniert. Sehr schön, in diesem Zusammenhang, ist jedoch die Möglichkeit Wegepunkte zu markieren und diese dann anzufahren. Dazu wird eine gerade Linie zum Ziel auf der Karte angezeigt und man kann somit richtungsbezogen navigieren. Da das Gerät automatisch die zurückgelegte Strecke in der Karte mit einer gepunkteten Linie mitschneidet, fällt es leicht den Weg wieder zum Ausgangsort zurück zu finden. Einsatzgebiete für diese Funktion wären unter Anderem : Wanderungen (mit Rundweg), Orientierung im Gelände, Geocaching, etc. Es besteht die Möglichkeit sich nachträglich die gefahrenen Strecken anzeigen zu lassen. Hier kann man genau auswählen welche Strecke auf dem Display in der Einzel- und in der Gesamtansicht angezeigt werden soll.

 

Batterie

Der Versuch den Lithium-Ionen-Akku des Gerätes in die Knie zu zwingen erwies sich als äußerst schwierig, denn erst nach 14 Stunden Dauerbetrieb (davon ca. 1 Stunde mit voller Beleuchtung) zeigte das Display die Meldung „niedriger Batteriestand“. Das reicht sowohl für die Radtour zwischendurch, als auch einem ausgiebigen Offroad Tages-Trip. Die Aufladung ermöglich Garmin clever durch einen USB-Anschluß auf der Rückseite des Gerätes, welcher Optional auch die Verbindung zu einem PC herstellen kann. Ein mitgeliefertes Netzteil sorgt auch zu Hause für eine schnelle Aufladung.

 

Trainingspartner

Die Trainingseigenschaften des Gerätes sind bemerkenswert. Ein eingebauter „Virtueller Trainingspartner“ trainiert nach den eigenen Vorgaben mit einem und speichert sämtliche Zeiten und verbrauchte Kalorien. Somit dient er ideal als Trainings- und Wettkampfunterstützung, denn er zeigt die aktuelle Position gegenüber früheren Trainings bzw. Trainingsvorgaben an. Ebenfalls gibt es eine Runden- bzw. Zwischenzeiten-Aufzeichnung, die auch die Rundenzeit, das durchschnittliche Tempo und die Rundendistanz anzeigt. Eine Übertragung an eine spezielle „Garmin Trainingcenter Software“ ist ebenfalls möglich. Diese Software dient als eine Art Almanach über die erbrachten Leistungen und Trainingserfolge und ist kostenlos von der Garmin-Webseiter herunterladbar. Das mitgelieferte Puls-Brustband liefert dem Edge 705 drahtlos eine EKG-genaue Pulsmessung. Die Übertragung hierbei ist codiert, so dass es keine Beeinflussung von anderen Geräten gibt. Ein eingebauter barometrischer Höhenmesser zeigt den genauen Höhenunterschied an und gibt ihn, auf Wunsch, auf dem Display anhand einer ausführlichen Höhenprofilaufzeichnung und Höhenmetersummierung wieder.

Ein optionaler, drahtloser, Trittfrequenz-Sensor (GSC10), welcher am Hinterrad befestigt wird misst die Tritt-Frequenz , bzw. die Geschwindigkeit und zeichnet diese auch auf. Bei einem Ausfall des GPS-Empfangs (z.B. in einem Tunnel) wird mit Hilfe des Geschwindigkeitssignals vom Hinterrad weiterhin die Geschwindigkeit und Strecke erfasst. Der Trittsensor eignet sich daher auch perfekt für das Training auf einer Rolle. Das Gerät kann sich seine Leistungsdaten ebenfalls von SRM-Kurbeln anzeigen lassen („PowerMeter kompatibel“) .
Es gibt 3 separat einstellbare Fahrradprofile, welche mit diversen Parameter konfiguriert werden können. Dazu zählt unter Anderem auch das Geschlecht, das Alter und das Gewicht.

Wer vor Trainingbeginn seine Routen lieber zu Hause voraus plant oder vorgefertigte Strecken nutzen möchte, der kann diese beispielsweise aus dem Internet laden, oder diese auf der Garmin-eigenen Webseite „Garmin-Connect“ anderen zur Verfügung stellen. Die Daten können ebenfalls drahtlos zwischen 2 Garmin Edge 705 ausgetauscht werden.

 

Verbindung zum PC

Über das mitgelieferte USB-Datenkabel kann die Verbindung zu einem PC hergestellt werden. So lange das Garmin Edge 705 mit dem PC verbunden ist, wird der Akku auch gleichzeitig aufgeladen.

Fazit : Das Garmin Edge 705 ist ein kleines, praktisches und robustes Gerät und ist vorbehaltlos für jeden ambitionierten Fahrradfahrer/Wanderer zu empfehlen. Es sollte (incl. Topo-Material !) auf der Wunschliste ganz oben stehen.

 

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.